Die Derik-Baegert-Gesellschaft

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Die Eidesleistung, Gemälde von 1493/1494

Derik Baegert

Derik Baegert wurde 1440 in Wesel als Sohn von Johan Baegert und Mechtelt Mynreman geboren. Sein Vater war Kaufmann, der Frachtgut über den Rhein transportieren ließ. Die Familie, zu der aus der zweiten Ehe des Vaters mit Agnes van Bert drei weitere Kinder gehörten, wohnte in einer vornehmlich von Kaufleuten bewohnten Gegend. Johan starb ca. 1464, seine zweite Frau frühestens 1477. Neesken Baegert wirkte als Faßmalerin. Sie arbeitete als solche für die Pfarrkirche St. Willibrord.
Über die Ausbildungszeit Baegerts gibt es bislang nur unzureichende Mutmaßungen, die die Lehrstätte in den Niederlanden sehen.
Seit 1467 ist Derik Baegert in Wesel mit einem eigenen Haushalt nachzuweisen. Um 1494 hatte er es wahrlich weit gebracht, denn er besaß ein Haus in der neben dem Großen Markt angesehensten Wohngegend der Weseler Altstadt. Seinen Lebensabend verbrachte er seit spätestens 1496 in der Vorstadt Mathena.
Neben dem noch im Städtischen Museum im Centrum am Kornmarkt in Wesel vorhandenen und im Auftrag des Magistrats der Stadt angefertigten Gerichtsbildes mit dem Titel "Eidesleistung" (1493/94) schuf er einige der größten Tafelaltäre Nordwestdeutschlands. Hierzu gehören die Hochaltäre der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Mathenakirche in Wesel, von denen lediglich Fragmente in der Sammlung Thyssen-Bornemisza erhalten sind, der Altar der Propsteikirche in Dortmund, sowie unzählige weitere Tafelbilder, die zu großen Teilen im Wesfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster zu besichtigen sind. Das obige Bild zeigt ein Selbstportrait, welches Baegert in den Dortmunder Altar einarbeitete, es entstand in den 70er Jahren des 15. Jahrhunderts und gilt als das früheste nachweisbare Selbstportrait eines Malers im nordwesteuropäischen Raum.
In Baegerts Werkstatt arbeiteten neben seinem Sohn Jan, dem Maler des Cappenberger Altars, Deriks Neffe Jan Joest, der unter anderem den Hochaltar in der Nikolai-Kirche in Kalkar fertigte, sowie der Meister des Schermbecker Altars. Seine Schüler übernahmen gleichfalls die ursprünglich aus Italien stammende Tradition, ein Selbstportrait in die Werke einzuarbeiten.
Ein letztes Lebenszeichen von Derik Baegert gibt es aus dem Jahre 1509.

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