Sueder de Ringelbergh

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Reproduktion einer frühen Landkarte von 1680 - Urheber: Heimatverein Dingden eV

Sueder de Ringelbergh

Im Jahr 1229 wird der Name des Ringenberger Schlosses erstmals urkundlich erwähnt. Begründer des Hauses ist Sueder III., Sohn der Familie "derer von Dingden", die sich nunmehr selbst als Freigrafen von Dingden "de Ringelbergh" bezeichnen und vom Jahr 1242 an den Namen "von Dingden" ganz weglassen.
Über das frühe Äußere der Burg gibt eine Notiz im Westfälischen Urkundenbuch Auskunft. Im Jahre 1265 werden ein "Castrum et eius turris", ein befestigtes Kastell mit einem dazugehörigen Turm, genannt.
Sueder ist Ministerial des Erzbischofs von Münster. Sein Besitz reicht von Hamminkeln südwärts über Brünen bis Wesel, ostwärts bis weit in den westfälischen Raum hinein, nördlich bis Winterswijk. Seine Verpflichtungen gegenüber dem Bistum Münster bestehen laut "Westfälischem Urkundenbuch" in der Sicherung der Westgrenze des erzbischöflichen Territoriums "gegen jedermann", außer natürlich "gegen den Erzbischof von Münster selbst".
Dem Herrn de Ringelbergh scheint die Rolle als Herr über einen unbedeutenden strategischen Vorposten an der Westgrenze des Territoriums von Münster leid zu werden, und so verpflichtet er sich knapp zwanzig Jahre nach der Gründung des Anwesens zusätzlich dem Erzbischof Konrad von Köln, dem mächtigsten Rivalen des Münsteraner Bischofs.
Noch im gleichen Jahr, in dem er von Münster ganze 270 Mark für die Burg Ringelbergh erhalten hat, verlobt er seine Tochter Beatrix mit Luf, dem jüngsten Sohn des Grafen von Kleve. Die Zusicherung, dem Paar nach vollzogener Ehe die Hälfte der Burg und die Hälfte des gesamten Erbgutes zu überschreiben, vergütete ihm der Graf von Kleve mit weiteren 300 Mark.
Auf diese Weise verpflichtet sich Sueder gleichzeitig den untereinander verfehdeten mächtigen Nachbarn – und bringt sie nacheinander um einen erheblichen Geldbetrag. In den sechziger Jahren des 13. Jahrhunderts kommt dem Bistum Münster die Mehrfachvasallität und die Eheschließung zwischen Beatrix und dem Klever Grafen zu Ohren. Nur dadurch, dass Münster sich vorläufig bereit zeigt, alle zwischen Sueder und dem Kölner Erzbischof geschlossenen Verträge vorübergehend auf den Grafen von Kleve zu überschreiben, konnte ein handgreiflicher Konflikt verhindert werden.
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts bestätigt Rudolf v. Habsburg die Rechtmäßigkeit des Manövers und bannt damit die Gefahr einer größeren politischen Auseinandersetzung zwischen Ringenberg/Kleve und Münster. Erst als dann noch einmal im Jahr 1437 Bischof Heinrich II. aus Münster Besitzrechte für Ringenberg anmelden will, legt Herzog Philipp von Burgund als Schiedsmann den Konflikt auf diplomatischem Weg endgültig zugunsten des Hauses Kleve für immer bei.
Der Vasallenvertrag zwischen Ringenberg und Köln hingegen scheint vollkommen im Sande zu verlaufen. Jedenfalls findet sich nirgends ein Hinweis auf einen darauf zurückgehenden Streit.

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