Beatrix und Luv

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Zeichnung des Schlosses (17. Jh.)

Beatrix und Luv

Nachdem das "Municipium" Ringenberg infolge der Eheschließung zwischen Beatrix v. Ringelbergh und Luf v. Cleve klevisch geworden war, markiert es nicht mehr nur die Westgrenze des erzbischöflichen Terrains von Münster, sondern gleichzeitig – und hauptsächlich – die Ostgrenze der Grafschaft Kleve.
Um Ringenberg in das Netz klevischer Burgen einzugliedern und über seine strategische Funktion auch als Standort mit eigener Infrastruktur auf der Landkarte zu manifestieren, lässt Graf Dietrich IX., der Schwager von Beatrix die Burg zur Residenz erweitern und den dazugehörigen Ort durch "Kolonisten" besiedeln.
Er wählt dazu vier holländische Familien, die sich in der Trockenlegung der Sumpfgebiete in der Grafschaft Geldern bereits bewährt haben, und die nun auch die Umgebung des Schlosses bewohn- und urbar machen sollen.
Schon 1329 existiert in Ringenberg eine urbane Siedlungsstruktur mit eigener Gerichtsbarkeit zugesprochen wurde. Von 1348 an gilt Ringenberg als "Opidum", dessen Leben weit mehr von Handwerk, Handel und Dienstleistungen bestimmt wird als von der Landwirtschaft.
In dieser Periode ist das Schloss mit starkem Wehr- Wachpersonal von mindestens zehn, höchstens fünfundzwanzig Mann belegt.
Ein Amtsbrief vom 14. Oktober 1437 verpflichtet den Amtmann von Ringenberg, die Wehrhaftigkeit des Hauses stets mit zehn Mann Personal zu garantieren, darunter ein Pförtner, zwei Wächter und ein Torhüter, der stets am Tage auf dem Turm sein sollte. Der Turm muss nachts durch zwei Wächter geschützt werden.
Zur Zeit der "Soester Fehde" von 1444-49 droht auch Ringenberg zum Kriegsschauplatz zu werden. Deswegen umgibt der Herzog von Kleve die Burg mit einer Wehrmauer und lässt den "Zingelgraben" um das "Opidum Ryngenborch" deutlich verbreitern.
Infolge akuter Verschuldungen des Herzogtums Kleve muss die Burg von der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an immer wieder verpachtet werden. Das Diersforter Schlossarchiv gibt für das Jahr 1555 folgende Nutzung an: Es existieren offenbar schon damals zwei Türme, ein "jegerstorm" (Jägerturm) und ein "gefangenen torm" (Verließ). Darüber hinaus nennt das Dokument einen "saill" (Stall?), "2 stuben", "1 kinder kamer", und eine Scheune "op den voerplats".

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