Niederländisch-Spanischer Krieg

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Alexander von Spaen

Niederländisch-Spanischer Krieg

Der niederländisch-spanische Krieg zieht Stadt und Burg Ringenberg zur Mitte des 16. Jahrhunderts schwer in Mitleidenschaft. Pläne zum Umbau der Burg in eine rein strategische Festung aus dieser Zeit sind zwar bis heute erhalten, aber nie in die Tat umgesetzt worden.
Den eigentlichen Schlussstrich unter die Historie von Stadt- und Schlossentwicklung ziehen schließlich eine Pestepidemie und der Dreißigjährige Krieg, in dem Schloss und "Opidum" laut Gemeindechronik "gäntzlich ruinirt und demolirt, auch gantz und gar zum Steinhauffen" verfallen.
Für ersten Nachkriegsjahre bleibt die Burg Ringenberg eine unbewohnte Ruine, hat mit mit dem Landdrosten Jakob von Spaen (? - 1665) und seinem Bruder, dem brandenburgischen Generalfeldmarschall Alexander (1619 - 1692) aber schon im Jahr des Westfälischen Friedens zwei neue Besitzer. Zuvor hatte Jacob dem Großen Kurfürsten als Protektor der jüdischen Bürger in Minden damit gedient, Pogrome gegen Synagogen, jüdische Geschäfte und jüdische Familien zu vereiteln. Als das Herzogtum Kleve später unter brandenburgische Herrschaft kommt, schlägt er die Widerstände, gegen den Kurfürsten bei den klevischen Ständen nieder.
Als Anerkennung für seine Leistungen erhält er die Burg als Lehen. Die Spaen-Brüder beginnen 1648 mit dem Wiederaufbau des Hauses. Die heute noch erkennbare Jahreszahl "1661" auf den Wetterfahnen verrät die Bauzeit bis zur Fertigstellung. Unklar ist, wie viel Substanz von der Ruine in den Neubau übergeht. Der Baumeister für das neue Ringenberger Schloss muss im Umkreis des niederländischen Architekten Pieter Post gesucht werden, der wenig später den Bau des v. Spaen'schen Herrenhauses von Biljoen bei Arnheim leitet.
Alexander v. Spaen befehligt im Auftrag des Großen Kurfürsten seit 1651 unter­schiedliche Regimenter zu Pferd und zu Fuß. Im Jahr 1688 umfasst sein Regiment 638 Pferde, 300 Gemeine und 60 Unteroffiziere. Es handelt sich damit hinsichtlich Größe und Kosten (von 2275 Thalern) um das größte Regiment, das sich der Kurfürst nach seinem Leibregiment je leistet. Noch zwei Jahre vor seinem Tod wird der einundsiebzigjährige v. Spaen zum Oberbefehlshaber über die kurbrandenburgischen Truppen ernannt.
Nachdem Alexanders Bruder Jacob schon 1665 – vermutlich kinderlos – gestorben war, wandelt das sich Schloss Ringenberg zum alleinigen Lehen Alexanders. Bis zu seinem Tod 1692 ist er damit auch alleiniger Herr über die Schlösser von Niederhagen, Hülshorst, Creutzwich, Kemmenade und Billjoen.

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