Alexander Sueder von Spaen

IMG-History
Alexander Sueder von Spaen

Alexander Sueder von Spaen

Der letzte direkte Nachfahre Alexander von Spaens ist Alexan­der Sueder von Spaen (1703 – 1768). Leider ist die genealogische Überlieferung in Bezug auf die Familie v. Spaen zu Ringenberg bis heute so lückenhaft, dass wir nur vermuten können, bei Alexander Sueder handele es sich um den Urenkel des Stammherrn Alexander und mithin um den Enkel Friedrich Wilhelm v. Spaens gewesen. Sein Vater dürfte demnach Alexander Bernhard v. Spaen heißen.
Alexander Sueder v. Spaen zeigt sich als schillernden Gestalt in der Geschichte Ringenbergs. Als Mitglied der königlichen Leibgarde zählte er um 1730 zum Freundeskreis des Kronprinzen und nachmaligen Königs Friedrichs II. von Preussen. Als der achtzehnjährige Kronprinz nach Holland zu fliehen beabsichtigte, gehört Alexander Sueder von Spaen neben Hermann Katte zu den federführenden Fluchthelfern. Die konkrete Aufgabe für den siebenundzwanzigjährigen v. Spaen besteht in der Beschaffung eines Fluchtwagens.
Die Angelegenheit fliegt auf, der Kronprinz selbst wird in Wesel gefangengesetzt, von Katte wird wenig später in Küstrin vor dessen Augen geköpft. Mit einer dreijährigen Haftstrafe geht die Angelegenheit für Alexander Sueder v. Spaen selbst einigermaßen glimpflich zu Ende, der Schaden für seine Karriere und die Position Ringenbergs im Preußischen Staat ist aber beträchtlich. Nach Verbüßen seiner Haftstrafe tritt Alexander Sueder v. Spaen in die holländische Armee ein, wo er sich als Generalmajor der Kavallerie verdingt.
Nach dem Tod von Alexander Sueder v. Spaens im Jahr 1768 dient das Haus Biljoen als Wohnsitz der Familie. Allerdings berichtet das ausführliche französischsprachige Tagebuch seines polyglotten und hochgebildeten Neffen Frederik Willem van Spaen (1746-1827), wie dieser im Frühherbst des Jahres 1770 nach einer 16-monatigen Reise quer durch Europa seine Geschwister und seine Mutter "bei guter Gesundheit" im Ringenberger Schloss aufgefunden habe, bevor er selbst schließlich ins Schloss Biljoen weiterreist.
Nach dem Tod der Witwe von Alexander Sueder v. Spaen, Agnes Jacoba v. Nassau Lalecq ist das Schloss oft verwaist. Die Nachfahren der in Biljoen ansässigen v. Spaen-Linie kommen immer seltener nach Ringenberg. Das Schloss mit seinen Ländereien wird fortan von einem Rentmeister verwaltet.
Im siebenjährigen Krieg dient es als Quartier für Offiziere und wird immer wieder zur Unterbringung von Verwundeten benutzt.
Nach dem Tod des letzten auf Ringenberg lebenden Angehörigen der Familie von Spaen im Jahr 1848 wird das Schloss in kürzester Zeit dreimal verkauft, bis es 1856 in Fürst Otto Adalbert von Salm-Horstmar wieder einen längerfristigen Eigentümer findet. Der Fürst bewohnt das Gebäude aber nicht selbst, sondern vermietet es an unterschiedliche Personen. Das Haus wird nur notdürftig instand gehalten und verfällt zusehends.

 zurück